Aktion Lucia - Licht gegen Brustkrebs Mehr Licht ins dunkle Kapitel "Brustkrebs in Deutschland"
- Die Defizite der deutschen Brustkrebsmedizin müssen beleuchtet, erkannt und verändert werden.

Deshalb fordern wir:

  • MEHR LICHT gegen Verschleierung der Transparenz
    Wir müssen wissen, welchen ÄrztInnen wir unsere Gesundheit anvertrauen können. Bisher sind Leistungsumfang, Kompetenz, Erfahrung und Qualität in der Brustkrebsmedizin nicht transparent. Deshalb müssen die Maßstäbe der Europäischen Leitlinien umgesetzt und die Informationen über die Qualität der Diagnostik und Therapie, die in Praxen und Kliniken erreicht wird, veröffentlicht werden.
     
  • MEHR LICHT ins Dunkel der Ursachenforschung
    Wir müssen wissen, warum jedes Jahr in Deutschland 50.000 Frauen neu erkranken und welche Möglichkeiten der Brustkrebs-Vorbeugung es gibt.
     
  • MEHR LICHT in die Brustzentren
    Wir haben inzwischen in Deutschland eine große Verwirrung, wenn es um Brustzentren geht: Noch immer können sich Kliniken einfach zum Brustzentrum ernennen, ohne irgend einen Qualitätsnachweis erbringen zu müssen. Daneben gibt es die so genannte DMP-Brustzentren der Krankenkassen, deren Qualität in den einzelnen Bundesländern extrem schwankt und die mancherorts ohne externe Prüfung „geadelt“ werden. Die Dritten im Bunde sind die Einrichtungen, die nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft und Gesellschaft für Senologie zertifiziert sind. Deren Messlatte bleibt jedoch noch immer deutlich hinter den Qualitätsanforderungen der EUSOMA (European Society of Mastology) zurück. Wir werden deshalb nicht müde zu fordern, dass deutsche Brustzentren deren hohen Qualitätsstandard künftig erreichen müssen.
  • MEHR LICHT in die Lücken der Versorgungskette
    Wir brauchen ein verlässliches Team an ÄrztInnen, in dem Jede und Jeder in seinem Fach (Gynäkologie, Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie, Onkologie) ein/e Brustkrebsexperte/in ist und gleichzeitig ein Mensch, der auch in der Lage ist, vernetzt (interdisziplinär) zu arbeiten. Alle an der Entdeckung und Behandlung beteiligten medizinischen Fachrichtungen müssen endlich lernen, dass die Kompetenz aller ÄrztInnen und die Bedeutung eines jeden Fachgebietes gleich groß sind. Eitelkeiten einzelner Ärzte oder ganzer Fachgebiete, die eine notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit verhindern, kosten uns Frauen das Leben. Auch müssen neue Strukturen geschaffen werden, um die (Kommunikations-)Lücken zwischen der stationären und ambulanten Versorgung zu schließen. Ob die Disease-Management-Programme (DMP) der Krankenkassen sowohl die Lücken der interdisziplinären Zusammenarbeit als auch in der ambulant-stationären Kette schließen können, lässt sich wegen fehlender Transparenz, zu großen Unterschieden zwischen den verschiedenen Programmen und fehlender externer Qualitätskontrollen nicht beurteilen.
  • MEHR LICHT in den Sparkurs in der Nachsorge
    Wir brauchen eine Nachsorge, die ihren Namen verdient. Mit der Billigversion des gegenwärtigen Nachsorgeprogramms wird auch billigend in Kauf genommen, dass Frauen mit fortgeschrittener Erkrankung früher sterben. Studien, die nachgewiesen haben, dass, entgegen anders lautenden Behauptungen, die frühzeitige Entdeckung und Behandlung von Metastasen sehr wohl das Leben verlängern, werden ignoriert. Einer innovativen Studie in München werden von der Deutschen Krebshilfe die Finanzmittel verweigert, obwohl es die erste große Untersuchung überhaupt ist, die den Nutzen von Tumormarkern in der "Früherkennungs-Nachsorge" prüfen will. In der seit Jahren abgespeckten Nachsorge, wurden Tumormarker, bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen und Knochenszintigramm gestrichen. Diese Methoden kommen nur noch zum Einsatz, wenn die Frauen bereits über "Symptome" klagen: Atemnot bei Lungenmetastasen, ein Wirbeleinbruch bei Knochenmetastasen oder Gelbsucht bei Lebermetastasen - um mögliche Beispiele zu nennen. Es bleibt der Verdacht, dass es einfach nicht so viel kostet, Frauen mit Metastasen nur noch ein oder zwei Jahre zu behandeln, statt vielleicht fünf oder zehn Jahre, wenn die Tochtergeschwülste früher erkannt würden.

  • MEHR LICHT in die Geheimniskrämerei um Studien
    Wir müssen erreichen, dass deutschen Frauen die Aufnahme in klinischen Studien erleichtert wird. Denn wir wissen, dass Brustkrebspatientinnen, die in Studien betreut werden, keine Versuchskaninchen, sondern Glückspilze sind: Diese Frauen leben länger und besser! Studien bringen auch die Forschung vorwärts. Es fehlt eine bundesweites öffentliches Studienregister, das Interessierten ermöglicht, sich über laufende Studien sowie die Ergebnisse abgeschlossener Studien zu informieren.

  • MEHR LICHT in den Dschungel der Krebsregister
    Wir brauchen zuverlässige Zahlen. Solange es in Deutschland keine bundesweite Datenerfassung zu (Brust-)Krebs und keine einheitlichen bevölkerungsbezogenen Krebsregister gibt, ist weder eine Ursachenforschung noch eine Qualitätssicherung von Früherkennung (Mammographie-Screening) und Therapie möglich. Der Flickenteppich unserer verschiedenen Landeskrebsregister ist erbärmlich. Es ist notwendig, dass überall erfasst wird und die Daten bundesweit, möglichst europaweit, verglichen werden können.
  • MEHR LICHT in das Ränkespiel der Macht
    Wir müssen mitreden und mitentscheiden. Die Interessenkonflikte und Machtkämpfe zwischen Politik, ÄrztInnenschaft, Krankenkassen und Pharmaindustrie dürfen nicht länger auf dem Rücken der BürgerInnen und PatientInnen ausgetragen werden. Um dies zu verhindern, muss gesetzlich garantiert werden, dass künftig in allen Entscheidungsgremien des Gesundheitswesens PatientInnen-Initiativen gleichberechtigt vertreten sind.

    MEHR LICHT in die Lücken der Versorgungskette.

    Der Öffentlichkeit und den Verantwortlichen muss ein Licht aufgehen.